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Grenzen setzen: Übergriffe benennen.



Ich bin stark, weil ich weiß, was ich will ➔ Ich bin stark, weil ich sage, was ich will.


Unter Kindern kommt es oft vor, dass Grenzen überschritten werden. Besonders die persönlichen Grenzen, die bei jedem Kind individuell sind, wie zum Beispiel, wie nah andere Kinder kommen dürfen und ob sie sie berühren oder mit ihnen spielen dürfen.

 

Den meisten Kindern fällt es dann in diesen Momenten schwer, diese eigenen Grenzen so zu setzen, dass auch das Gegenüber diese versteht. Ich glaube tatsächlich, dass eine der größten Schwierigkeiten darin liegt, dass Kinder sich das von uns Erwachsenen nicht abschauen können. Einerseits, weil Kinder einfach häufig unter Altersgenossen sind. Andererseits haben wir Erwachsenen in den meisten Fällen schon gelernt, wie wir unsere eigenen Grenzen und die von anderen respektieren und wie wir uns in verschiedenen Situationen verhalten. Es kommt nur sehr selten vor, dass ein anderer Erwachsener einen plötzlich packt oder unseren Körper berührt. Eine angemessene Reaktion auf eine solche Situation können Kinder sich somit nicht abschauen, da sie schlichtweg selten in dieser Form unter Erwachsenen vorkommt.

 

Außerdem gibt es unter uns Erwachsenen in jeder Situation, mit jeder Person, die wir kennen oder nicht kennen, eine Art "unsichtbaren Vertrag". Mit einem engen Freund gehen wir deutlich offener um als mit einem neuen Arbeitskollegen, obwohl es dieselbe Zeit und denselben Ort betrifft. Wir wissen in der Regel, welcher Umgang angemessen ist. Kinder müssen das noch herausfinden. Wenn es also zu einer Grenzüberschreitung kommt, helfe ich ihnen diese zu erkennen und zu benennen.

 

Meistens läuft es so ab: Kalle packt Lina am Arm und will sie zu sich ziehen. Bei Lina entsteht ein komisches Gefühl. Ich ermutige Lina, auf dieses Gefühl zu hören und zu erkennen, was sie genau stört und es dann zu benennen. Ich fordere Lina dann auf zu sagen: "Kalle, lass meinen Arm los." In den meisten Fällen ist dann die Situation erledigt. Wenn nicht, ermutige ich Lina, lauter und deutlicher zu werden und sich selbst zu befreien. Kalle mache ich deutlich, dass er darauf reagieren muss, wenn jemand zu ihm sagt, dass ihn etwas stört. Das Bedürfnis von Lina darf er nicht ignorieren, weil ihr Körper nun mal ihr gehört und es ihr damit nicht gut geht. 

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